
Wohnbau „The Berres“
Fertigstellung: 2025
Ein aufs Minimum reduziertes Stahlbetonskelett ermöglicht langfristige Nutzungsflexibilität – durchgehende Balkonbänder und vollverglaste Fassaden schaffen räumlichen Luxus







Erdgeschoss


2. Obergeschoss

4. Obergeschoss

THE BERRES ist die gebaute Symbiose von Architektur und Freiraum. In fünf längslaufenden Schichten angeordnet, interpretiert der städtebauliche Entwurf die Strukturwidmung in einer frei wählbaren, zugleich aber streng rationalen Abfolge von Erschließungszonen, Nutzflächenvolumina und privaten Freiräumen. In diese vertikalen Schichten betten sich die horizontalen Decks des Bausystems ein.
Der Anteil horizontaler Freiräume (Loggien und Balkone, Laubengänge und Dachterrassen) ist über die gesamte Gebäudestruktur gleichmäßig und durchgehend verteilt. Jede Wohn- und Arbeitseinheit hat privilegierten Zugang zu einer für den sozialen Wohnungsbau außergewöhnlich großen privaten Freifläche. Gewohnt werden kann inner- und außerhalb der eigenen vier (oder besser: drei) Wände, der Übergang zwischen Innen und Außen entlang der transparenten Längsfassaden der Gebäude ist fließend, jede Wohnung ist mehr als 1/5 größer als ihr umbauter Grundriss.
Noch mehr: Das Bausystem mit seiner offenen Plattformbauweise ist die Grundlage einer dauerhaft hybrid (um)nutzbaren Gebäudestruktur. Eine Anzahl der Nutzungseinheiten weist eine lichte Raumhöhe von 2,80m und mehr auf. Die Struktur und Größe der Nutzeinheiten kann frei im Geschoßvolumen angeordnet werden – ob Halle oder 100% SMART Wohnungen, alles ist möglich – jetzt, aber auch bei einem zukünftigen Umbau. Das Bausystem vereint räumliche Freizügigkeit und Offenheit, höchste industrielle Fertigungsstandards, architektonische Vielfalt und individuelle Gestaltbarkeit durch die NutzerInnen in einem prototypischen System für den kostengünstigen sozialen Wohnbau.
Analog zur städtebaulichen Figur sind auch die Regelwohnungen geschichtet. In den Häusern 1-3 wird eine konsequente räumliche Schichtung der Funktionsbereiche verfolgt: die erste Schicht ist eine Fortsetzung der Erschließung in eine multifunktionale Nebenflächenzone, die neben einer dienenden und verteilenden Raumsequenz auch einmal einen Essplatz oder Arbeitsplatz mit einem Fenster zum Laubengang enthalten kann. Die zweite Schicht umfasst die Sanitäreinheiten und Küchenbereiche. Die dritte Schicht ist die Wohnzone im engeren Sinn und umfasst die Zimmer sowie einen durch die Wohnung durchgesteckten Wohn-Essbereich.
Die Zimmertrennwände werden zum Teil als Schiebewände ausgeführt. Die Schichten sind in diesem Konzept vom Innengang zur Fassade hin permeabel und durchgängig, die Sanitäreinheiten sind größtenteils im vornherein barrierefrei ausgeführt.
Alle Zimmer haben offene Fassaden und unmittelbaren Zugang zur vordersten Schicht, dem witterungsgeschützten privaten Freibereich. Hier wird ein besonderes Asset des Bausystems schlagend: Jede Wohnung und Nutzeinheit erhält zu verhältnismäßig geringen Kosten einen 2,10m tiefen, witterungsgeschützten Freibereich auf die gesamte Länge und kann damit um mehr als ein Fünftel vergrößert werden! Ein Fünftel mehr Fläche zum Besprechen und Plaudern, Pflanzen, Abhängen, Video Schauen, Lesen, FreundInnen bewirten – und das zu praktisch allen Jahreszeiten.
Die Auskragungen bilden einen wirksamen passiven Sonnenschutz, die Wohnungen und Nutzeinheiten sind auch ohne technische Maßnahmen „Klimawandel-Fit“.
Status
fertiggestellt 2025
Programm
321 Wohneinheiten, betreutes Wohnen, Geschäftslokale
Bauträger
ÖSW, Schwarzatal
Freiraumplanung
Carla Lo
Fotografie
tschinkersten
Auszeichnungen
IBA Kandidat 2022
Projektpartner
ARTEC Architekten
Projektteam
Allen Gebesmair-Zwatzl, Wenzel Witt-Dörring, Stefanie Klocke, Caroline Husty, Benedikt Langmayr, Sarah Beyer, Philip Halwachs, Alexander Jägers
Wettbewerb: Caroline Husty, Raphaela Leu




