
Pflegewohnhaus Rudolfsheim-Fünfhaus
Wettbewerb 1.Platz
Fertigstellung: 2015
Keine Gänge, Marktplätze! – große Allgemeinflächen gruppieren sich um vier Innenhöfe und werden so zu Kommunikationsbereichen mit vielfältigen Aufenthaltsqualitäten





Verteilerzone mit abwechslungsreichen Ausblicken in die Höfe

Marktplatz mit unterschiedlichen Nutzungen für die Gemeinschaft

halbprivate „Vorgärten“ vor den Zimmern







Der annähernd quadratische Baukörper nimmt mit einer Höhenstaffelung die Topographie des Geländes auf. Kernpunkte des Entwurfs bilden die großen Allgemeinflächen, die sich rund um die Innenhöfe gruppieren: Erschließungsflächen werden dadurch zu Kommunikationsbereichen, zu „Marktplätzen“ mit vielfältigen Aufenthaltsqualitäten (Essplätze, Ruhe- und Rückzugsbereiche, Bewohner:innengalerien, Spielzonen, Geh-Parcours, etc).
Im Haus ergeben sich vielfältige Durchwegungsmöglichkeiten: Spaziergänge können als Rundwege sowohl stationsintern als auch stationsübergreifend geführt werden und bieten abwechslungsreiche Ausblicke in die Gartenhöfe und den Stadtraum: ein Raumkontinuum, das zum Flanieren einlädt, aber auch klar abgegrenzte Bereiche mit Rückzugsmöglichkeiten bietet.
Das Bewohner:innenzimmer erhält neben der äußeren Loggia auch einen halbprivaten „Vorgarten“, eine innere Loggia. Angegliedert an die Marktplatzfläche kann so jede:r Bewohner:in aus seinem/ihrem geschützten Bereich unmittelbar am Stationsleben teilnehmen: beobachten, sich am Laufenden halten, die Nachbarin zu sich einladen etc. Mittels großer Türen lassen sich die Zimmer sowohl zum „Garten“ als auch zum „Vorgarten“ hin öffnen, sodass eine aktive und passive Teilnahme am Stationsgeschehen direkt aus dem Zimmer möglich wird. Die innere Loggia grenzt sich vom Erscheinungsbild klar von den Marktplatzflächen ab und ist nicht Teil der Erschließungsflächen, sondern ein privater Bereich, um den sich das Bewohner:innenzimmer vergrößern lässt und den die Nutzenden auch individuell gestalten können.
Jedes Zimmer bildet mit der äußeren und mit der inneren Loggia eine Einheit. Dieser Zusammenhang findet sich auch in der Materialität und Ausformulierung wieder. Im Zentrum des Baukörpers ist in allen Geschossen eine großzügige Verteilerzone situiert. Von diesem zentralen Bereich, der Ausblicke in alle vier Höfe ermöglicht, werden in den Regelgeschossen jeweils zwei Doppelpflegestationen erschlossen.
