Lotte-Brainin-Hof

Wettbewerb 1.Platz

Fertigstellung: 2023

Aus zwei mach vier – den Wohnungsgrundgriss in Nutzungsbereiche anstatt Zimmern zu denken, ermöglicht eine langfristige Gebrauchstauglichkeit – Kostengünstiges Bauen ohne Abstriche an Wohnqualitäten

Farbkonzept über Eck, bricht die Geometrie

Nutzungsszenarien der flexiblen Grundrisse

farbliche Orientierung an den klassischen Wiener Gemeindebauten

Lage direkt am Elinor-Ostrom-Park

Der Lotte-Brainin-Hof (Gemeindebau Aspern H4) ist der erste Gemeindebau der Seestadt Aspern und liegt direkt am Elinor-Ostrom-Park. Auf sieben Geschossen wurden hier 74 innovative 1-bis 4-Zimmer-Wohnungen, 2 Wohnen-/Arbeiten-Einheiten und 3 Gewerbeeinheiten errichtet.

Schiebewände und Zimmer mit zwei Zugängen gewährleisten eine hohe Flexibilität und rasche Anpassbarkeit der einzelnen Wohneinheiten, die die Bewohner:innen entsprechend ihren individuellen Bedürfnissen gestalten und frei interpretieren können. So kann z.B. eine Typ-B-Wohnung mit zwei Zimmern leicht adaptiert und wie eine 4-Zimmer-Wohnung genutzt werden. Damit kann kurzfristig Platz geschaffen werden für das Homeoffice, das Wochenendkind, die Pflegekraft oder das Haustier. Langfristig entstehen z.B. ein Fitnessbereich, ein neuer Hobbyraum oder weitere Zimmer für die wachsende Patchworkfamilie. Die Wohnung kann also in kleinteilige Nutzungsbereiche gegliedert oder einfach als großzügiges Loft genutzt werden.

Die Farbgebung der Fassade orientiert sich an jener der klassischen Wiener Gemeindebauten: großflächige Farbfelder unterteilen die Fassade – damit wird mit vergleichsweise geringen budgetären Mitteln eine abwechslungsreiche strukturelle Gestaltung erzielt. Dieses Prinzip wird im Inneren des Wohnbaus weitergeführt.

Kunststofffenster ohne Deckschalen, verzinkte Geländer, Wärmedämmverbundsystem – dieser Gemeindebau reagiert auf die wirtschaftlichen Bedingungen des Marktes. Der Fokus liegt damit nicht auf der Materialität des Gebäudes, sondern auf der Qualität der Wohnungen: großzügige, umlaufende Balkone, große, raumhohe Fenster, Schiebewände und Gliederung in Nutzungsbereiche statt fix vorgegebene Zimmeraufteilung – die Gebrauchstauglichkeit steht im Vordergrund. Ein offenes, zugleich pragmatisches Konzept, das der Lebendigkeit, Dynamik und Vielfältigkeit der modernen Gesellschaft gerecht wird.

Ort

1220, Wien

Status

fertiggestellt 2023

Programm

74 Wohneinheiten

Bauträger

WIGEBA

Freiraumplanung

rajek barosch

Fotografie

Luiza Puiu, WUP architektur

Auszeichnungen

gebaut 2023, Betonpreis 2023, Anerkennung, IBA-Projekt 2022, klimaaktiv GOLD
nominiert für Staatspreis Architektur & Nachhaltigkeit 2024, Mies van der Rohe Award 2023

Projektteam

Raphaela Leu
Wettbewerb: Raphaela Leu, Caroline Husty