Wohnbau Pogrelzstraße

Fertigstellung: 2023

Schiebewände und „Oase-Bäder“ bilden das Herzstück der kompakten Wohnungen

durchgängiges Balkonband an den Längsseiten

Tafelwände im Erschließungsbereich

Ein über Schiebetüren zuschaltbarer zusätzlicher Raum

Tageslicht durchflutetes Oase-Bad

Bei diesem Wohnbau erschließt ein Stiegenhaus/Lift insgesamt 64 Wohnungen auf fünf Ebenen. Diese effiziente Erschließung wird durch niederschwellig nutzbare, lichtdurchflutete Flächen erweitert, die (zufällige) Begegnungen zwischen den Nachbar:innen fördern. Mit vergleichsweise einfachen Mitteln wird hier eine angenehme Atmosphäre geschaffen: Eine Tafelwand bietet einen abwechslungsreichen und unterhaltsamen Blickfang, festverschraubte, nicht brennbare Möbel stehen im Mittelpunkt der Begegnungszone und laden zum Verweilen ein. Nischen gliedern den Mittelgang und schaffen attraktive Bereiche vor den Wohnungseingängen.

Im Dachgeschoss werden die Fassadeneinschnitte den Wohnungen zugeordnet. Um dennoch eine natürlich belichtete Erschließungszone zu erhalten, werden standardisierte Oberlichten entlang des Ganges angeordnet. Diese schaffen einen Bezug zur Umgebung und akzentuieren durch einfache Mittel den Weg zur Wohnung.

Sämtliche Wohnungen werden durch private Freiflächen erweitert. Ein durchgängiges Balkonband an den Längsseiten des Gebäudes erweitert die kompakten Wohnungen, jedes Zimmer hat einen direkten Bezug zum eigenen Freibereich. Vorgelagerte Balkone schaffen gut nutzbare Bereiche, während das Loggienband sich perfekt fürs „Garteln“ eignet. Durch den geschossweisen Versatz der Balkone kann man beim Hinaustreten ein Stück freien Himmel genießen. Die differenzierten Freiraumtiefen bilden unterschiedliche Qualitäten aus und erlauben vielfältige Nutzungen. An der Straßenfront erweitern großzügige Balkone die Wohnungen und ermöglichen einen Blick entlang der Pogrelzstraße.

Ein Viertel der Wohnungen werden als „Oase-Wohnungen“ ausgeführt: Das Herzstück der Wohnungskonzeption bildet die „Oase“, die als zuschaltbare, lichtdurchflutete Zone bislang benachteiligte und meist unbelichtete Servicebereiche aufnimmt und diese zu hochqualitativen Aufenthaltsräumen aufwertet — das Bad wird zur Wellnesszone. Diese Oase knüpft direkt an die Freifläche an, dadurch wird ein intensiver Freiraumbezug erzielt, ein Bad im Freien sozusagen. Die Oasen können mit den angrenzenden Räumen gekoppelt werden, gerade bei kleinen Wohnungen wird dadurch der Anteil der nutzbaren Wohnfläche maximiert.

Die Hälfte der „Oase-Wohnungen“ verfügt über ein Kabinett – einen vielfältig nutzbaren und belichteten Raum, der B-Wohnungen quasi zu C-Wohnungen macht. Es findet sich hier Platz für vieles: egal, ob Jugendzimmer, Schlafplatz für die Leih-Oma, Rückzugsort oder Platz fürs Haustier — den Möglichkeiten sind hier keine Grenzen gesetzt. Schiebewände verleihen kompakten Wohnungen ein großzügiges Raumgefühl und lassen sich im Nu verwandeln. So kann z.B. das nächtliche Schlafzimmer unter Tags zum großen Wohnzimmer werden oder das Homeoffice verwandelt sich am Wochenende in ein Kinderzimmer fürs Wochenendkind.

Ort

1220, Wien

Status

fertiggestellt 2023

Programm

64 Wohneinheiten

Bauträger

BDN Fleissner & Partner

Freiraumplanung

Landschaftsarchitektur Batik

Fotografie

Satoshi, WUP architektur

Auszeichnungen

klimaaktiv GOLD

Projektteam

Wenzel Witt-Dörring, Raphaela Leu